Türkei: Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ende 2016 lebten 2,9 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei – oftmals außerhalb von Lagern unter prekären Bedingungen. Viele hatten kaum Zugang zu öffentlichen Hilfsangeboten und benötigten dringend medizinische und psychologische Hilfe. Obwohl Ärzte ohne Grenzen ab der zweiten Jahreshälfte nicht mehr autorisiert war in der Türkei zu arbeiten, unterstützen wir weiterhin lokale medizinische Teams von außerhalb.

Unsere Hilfe in der Türkei für Flüchtlinge (Auszug):

  • Am 15. Juli 2016 scheiterte ein Putschversuch in der Türkei. Flüchtlinge aus Syrien wurden zwar nicht zurückgeschickt, doch die Unruhen führten schließlich zur Ausrufung des Notstands. Die humanitäre Lage der syrischen Flüchtlinge in der Türkei geriet damit weiter aus dem Blickfeld der politisch Verantwortlichen. Obwohl Ärzte ohne Grenzen der Einsatz vor Ort im zweiten Halbjahr 2016 nicht mehr erlaubt war, unterstützten wir lokale Nichtregierungsorganisationen an der syrisch-türkischen Grenze auch weiterhin technisch und finanziell. Medizinische Teams in Syrien wurden ebenso von außerhalb unterstützt.
  • Gemeinsam mit Partnern leistete Ärzte ohne Grenzen basismedizinische und psychologische Hilfe in der Türkei: Flüchtlinge aus Syrien konnten davon profitierten. So hielten die Teams in Kilis 1.354 psychologische Einzel- und 810 Familiengespräche ab.
  • In Şanliurfa hielt eine von Ärzte ohne Grenzen unterstützte lokale Partnerorganisation 1.341 psychologische Einzel- und 69 Gruppengespräche ab. Eine andere Organisation, die ebenfalls von Ärzte ohne Grenzen betreut wurde, leistete psychosoziale Hilfe in Akçakale: Hier wurden 2.554 Einzelgespräche geführt. Bis zur Schließung des Transitlagers in Akçakale im Mai 2016 bot Ärzte ohne Grenzen dort basismedizinische und psychologische Hilfe an, verbesserte die Wasser- und Sanitärversorgung und verteilte Hilfsgüter.
  • Im April 2016 beendete Ärzte ohne Grenzen ein medizinisches Projekt in der Türkei: Syrischen Flüchtlingen in Gaziantep wurde pädiatrische, sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung angeboten. Mehr als 2.500 Frauen nahmen diese in Anspruch.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in der Türkei an.

Quelle: International Activity Report 2016

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