Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit weltweit. Ein Drittel der weltweiten Todesfälle infolge von Tuberkulose ereignet sich in Indien. Patient:innen erfahren teils zu spät von ihrer Erkrankung oder haben keinen Zugang zu lebensrettenden neuen Medikamenten wie Bedaquilin und Delamanid. Die Krankheit trifft Kinder genauso wie Erwachsene, doch ist die Diagnose bei ihnen noch schwieriger, da Tests weniger zuverlässig sind. 

Bei der Behandlung von Tuberkulose geht es nicht nur um die medizinische Therapie. Auch die psychosoziale Unterstützung der Patient:innen und ihrer Familien, Präventionsmaßnahmen sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zur Bekämpfung der Stigmatisierung spielen eine wichtige Rolle. In unserer Klinik in Mumbai – einer Stadt mit 22 Millionen Einwohner:innen – behandeln wir Patient:innen, die an resistenten Formen der Tuberkulose erkrankt sind, und bieten psychosoziale Hilfe an.

Wie wir in Indien helfen

  • Wir behandeln unter anderem im Bundesstaat Bihar und in der Metropole Mumbai Patient:innen, die an Covid-19 erkrankt sind.  
  • Wir behandeln in und um Mumbai Menschen mit HIV und resistenter Tuberkulose und bieten ihnen psychosoziale Betreuung.  
  • Wir betreiben mobile Kliniken in abgelegenen Gebieten des Landes, wo selbst vermeidbare und behandelbare Krankheiten wie Malaria lebensbedrohlich sind.  
  • Überlebende sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt betreuen wir psychologisch.
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1999

Beginn der Arbeit

14,7

Mio. EUR

Ausgaben (Vorjahr)

685

Einsatz­kräfte

Ländervergleich Österreich & Indien

AT
IN
83.80
71.00

Lebens­erwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IN
79.40
68.50

Lebens­erwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IN
3.00
28.30

Säuglings­sterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IN
5.20
0.86

Ärzt:innen

je 1000 Einwohner­:innen

Quelle: WHO, data.worldbank.org

Warum wir in Indien helfen

Wir schließen Lücken im indischen Gesundheitssystem und bieten medizinische Versorgung für Menschen, die sonst nur schwer Zugang dazu hätten. Denn trotz der verbesserten Gesundheitsversorgung in Indien erhalten nicht alle Menschen die medizinische Hilfe, die sie brauchen. Eine Kombination aus hohen Behandlungskosten, Armut, sozialer Ausgrenzung und einem überlasteten öffentlichen Gesundheitssystem hält sie davon ab. Menschen die HIV-positiv sind, erleben oft Diskriminierung, so dass für sie der Zugang zu medizinischer Hilfe zusätzlich erschwert ist. 

Erschwerend hinzu kam die Covid-19 Pandemie: Menschen, die an Tuberkulose, HIV oder Diabetes erkrankt sind, waren besonders gefährdet. Sie zählen nicht nur zur Risikogruppe, sondern sind auch davon betroffen, dass viele Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens für die Covid-19-Maßnahmen abgezogen wurden. Die Konsequenz: Die Behandlung von Krankheiten wie Tuberkulose war nicht mehr selbstverständlich. In mehreren Projekten behandeln wir resistente Tuberkulose (DR-TB), Aids-Erkrankungen und andere Infektionskrankheiten. In Indien helfen wir in Manipur, Maharashtra, Assam, Jammu und Kaschmir, Bihar, Chhattisgarh und Delhi.  

Unsere Hilfe in Indien 2021

  • 14.700 psychologische Einzelgespräche
  •  
  • 7.680 Malariabehandlungen
  •  
  • 1.070 neue Tuberkulose-Patient:innen  
  •   
  • 620 Menschen aufgrund von sexualisierter Gewalt behandelt 

HIV, Hepatitis-C und Tuberkulose

Im Bundesstaat Manipur versorgten wir in Churachandpur, Chakpikarong und Moreh Patient:innen, die an HIV, Hepatitis C und herkömmlicher oder resistenter Tuberkulose erkrankt waren. Zusätzlich verteilten wir Lebensmittelgutscheine und Trockenrationen an obdachlose und drogenabhängige Menschen. Im Bundesstaat Bihar behandelten wir HIV-Patient:innen im fortgeschrittenen Stadium. In Mumbai setzten wir die enge Kooperation mit den nationalen Tuberkulose- und HIV-Programmen fort, um die Häufigkeit der Erkrankungen und die Todesraten zu senken. Zudem versorgten unsere mobile Kliniken Menschen in entlegenen Dörfern der Bundesstaaten Andhra Pradesh, Chhattisgarh und Telangana.

Folgen von Gewalt behandeln

Unsere Teams boten zudem im Unionsterritorium Jammu und Kaschmir psychologische Hilfe an, da die Bevölkerung unter den Folgen des jahrelangen Konflikts litt. Im Bezirk Jahangirpuri, im Norden Delhis, betreuten wir eine Klinik für Überlebende sexualisierter und häuslicher Gewalt.

Der Kampf gegen COVID-19 in Indien

Während der zweiten COVID-Welle setzten wir Notfallteams ein, um die Intensivstationen in Imphal, der Hauptstadt des Bundesstaates Manipur und Churachandpur zu betreuen. Gemeinsam mit den örtlichen Gesundheitseinrichtungen fokussieren wir uns dabei darauf, marginalisierten Menschen eine Behandlung zu ermöglichen, falls sie sich mit Covid-19 infiziert haben. Wir besuchten die ländlichen Regionen, um die Menschen über den Infektionsschutz und Hygieneprodukte zu informieren.  

Unser großes Covid-19-Projekt in einem Krankenhaus in Mumbai konnten wir im Juli an die lokalen Behörden übergeben. In Mumbai ist ein wichtiger Fokus unserer Arbeit nun die Versorgung von Wanderarbeiter:innen, die im vergangenen Jahr durch die Lockdown-Maßnahmen in Indien besonders hart getroffen wurden. Sie waren gezwungen, kurzfristig in ihre Heimatorte zurückzukehren, weshalb oft wichtige medizinische Behandlungen zum Beispiel gegen medikamentenresistente Tuberkulose unterbrochen wurden. In Vorbereitung auf eine weitere Covid-19-Infektionswelle versuchen wir, gemeinsam mit den Wanderarbeiter*innen Wege zu finden, die Behandlung in solchen Fällen aufrechtzuerhalten. Außerdem kümmern wir uns in dem Stadtteil Mumbais, in dem die Wanderarbeiter*innen hauptsächlich leben, um verbesserte sanitäre Bedingungen und psychosoziale Beratung.  

In den nordöstlichen Teeanbaugebieten Assam unterstützten wir die Behandlung von Covid-19-Patient:innen, indem wir Geräte zur Sauerstoffkonzentration spendeten. Außerdem boten wir in Teegärten Gesundheitsberatung an.  

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