Judith Mader11.12.2013

Vorweihnachtliches aus Malawi

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Es ist schon mehr als nur seltsam, wenn ich bedenke, dass nun schon der Dezember ins Land gezogen ist. Der Dezember bedeutet nicht nur Weihnachten (mit Sicherheit ohne Schnee, ohne die extatischen Verhaltensänderungen meiner Mitmenschen bei Anblick von Waren im Schaufenster und nerviges „Last Christmas"-Gedudel an jeder Ecke), Jahreswechsel und ein paar freie Tage, sondern auch viele Gedanken ans Geschehene und an das Zukünftige. In meinem Fall bedeutet der Dezember auch der Beginn des Abschied-Nehmens. Sozusagen: Der Anfang vom Ende. Da der Großteil unseres Teams fast zeitgleich hier in Malawi angekommen ist, beginnt Ende Dezember der große Wechsel. Jeder geht seiner Wege.

Den Anfang macht unsere belgisch-amerikanische Logistik (ein Dream-Team). Mehr als nur einmal musste ich verzweifelt um eine zusätzliche Transportmöglichkeit bitten. Immer erklang am anderen Ende der Leitung eine Stimme: „No worries, I send you another car.“  Zu Beginn des neuen Jahres verlässt dann die französische Administration das Feld. Unvergessen werden mir die Kartoffelgnocchi bleiben, die lustigen Spieleabende inklusive lautstarker Lachsalven und die fast liebevolle Erinnerung, „man möge den Papierkram auch ordentlich ausgefüllt und zeitgerecht abliefern“. Ein paar Tage später heißt es Abschiednehmen vom italienischen MFP (Medical Focal Point – für die, die sich drunter nichts vorstellen können: Vergleichbar mit der Chefärztin). Grazie mille für die vielen interessanten Gespräche, die mich oft weit weg von Malawi geführt haben und die wirklich wichtigen Fragen beleuchtet haben. Und zu guter Letzt werde ich selbst Ende Jänner das Land wieder verlassen. Dazu gibt es dann aber bei gegebener Zeit noch einen Abschiedsblog!


Ein Gecko während der Regenzeit in Malawi.

Abseits der sentimentalen und vorweihnachtlichen Stimmung – die nur sehr zaghaft aufkommt, während ich in Flipflops an meinem Schreibtisch sitze – meldet sich langsam aber sicher die Regenzeit. Obwohl ich in einem Teil Österreichs zuhause bin, der durchaus beachtliche Niederschlagsmengen aufzuweisen hat, beeindruckt mich, wie imposant der Regen hier niedergeht! Wird der oft zitierte Schalter umgelegt, verfinstert sich der Himmel und es beginnt zu schütten. Der Regen klopft so heftig auf das Dach der Apotheke, dass ein Verständigen nur mehr schwer möglich ist. Mein Zimmer wird unweigerlich zum Zufluchtsort für Spinnen und andere Geschöpfe und die Geckos, mit denen wir unsere Unterkunft teilen, stillen ihren Durst. Auch die Vegetation und die Menschen freuen sich auf die langersehnte Abkühlung, die das Land in ein paar Wochen zum Erblühen bringen wird.

Auf dass zu Hause bereits die eine oder andere Eisblume am Fenster blüht! :-)

Liebe Grüße in die vorweihnachtliche Heimat

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