Die aktuelle Situation in Haiti

Die Situation in Haiti hat sich drastisch verschlechtert. Grund dafür sind gewaltsame Ausschreitungen seit Anfang März 2024. Um auf den Ausbruch von Gewalt zu reagieren, wurde der Notstand ausgerufen. Es kommt auch zu Angriffen auf unsere humanitäre Hilfe. Zeitweise müssen wir unsere Arbeit unterbrechen, wenn es zu Angriffen auf unsere Kolleg:innen oder Einrichtungen kommt.

Wir arbeiten an der Grenze unserer Kapazität. Wir befürchten, dass uns die Medikamente und medizinischen Hilfsgüter ausgehen, die wir dringend benötigen.

Mumuza Muhindo Musubaho, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Haiti

Die Hauptstadt Port-au-Prince und andere Gebiete leiden unter regelmäßigen Straßenschlachten, Entführungen und Gewalt. Die Versorgung mit medizinischen Hilfsgütern ist schwierig, da der Hafen nur schwer zugänglich ist und Zollverfahren verzögert werden. Über eine Million Menschen wurden in nur einem Jahr durch die Gewalt vertrieben. Ihnen fehlt es an sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung.

Unsere Teams haben die medizinische Hilfe in der Hauptstadt Port-au-Prince ausgebaut, weil die Zahl der Verletzten stark angestiegen ist. Besonders besorgniserregend ist die Lage im Krankenhaus in Tabarre, das wir betreiben. Wir mussten die Zahl der Betten für Trauma- und Verbrennungspatient:innen deutlich ausbauen.

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So helfen wir in Haiti

6.770

Behandlungen nach physischer Gewalt

4.660

Behandlungen von Überlebenden

von physischer und sexualisierter Gewalt

1.500

Geburten begleitet

Medizinische Versorgung und Nothilfe

Unsere Teams helfen in Port-au-Prince und anderen Gebieten Haitis weiterhin den Menschen. Wir behandeln Patient:innen mit Traumata, Verbrennungen und Überlebende von sexualisierter Gewalt sowie Neugeborene.

Wir betreiben Krankenhäuser in Port-au-Prince, Tabarre und Cité Soleil, ein Notfall- und Stabilisierungszentrum in Turgeau und leisten Geburtshilfe in Port-à-Piment. Zudem unterstützen wir Gesundheitszentren und betreiben mobile Kliniken für Menschen, die von der ausufernden Gewalt vertrieben wurden. Außerdem stellen wir sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen bereit.

Hilfe für Überlebende von Gewalt

Haiti ist von schwerer Gewalt geprägt. Täglich behandeln wir Menschen mit Schuss- und Messerwunden, Verbrennungen oder nach Verkehrsunfällen. Die unsichere Lage zwingt uns dazu, Aktivitäten auszusetzen. Ende 2023 mussten wir das Notfallzentrum in Turgeau für mehrere Monate schließen, nachdem ein Patient entführt und getötet wurde.

Sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt ist ein weit verbreitetes Problem in Haiti. Wir betreiben zwei Kliniken in Port-au-Prince und Cité Soleil, die Überlebende von sexualisierter Gewalt medizinisch sowie psychologisch betreuen. Eine kostenlose Telefon-Hotline bietet zudem psychologische Unterstützung und Überweisungen an Gesundheitszentren.

Mutter-Kind Gesundheit

Die medizinische Versorgung von Müttern und Neugeborenen ist in Haiti stark eingeschränkt. Das führt zu einer hohen Mütter-Sterblichkeitsrate. Wir betreiben daher ein Krankenhaus für Mütter- und Neugeborenenversorgung in Port-à-Piment. Nachdem wir das Krankenhaus wieder aufgebaut und modernisiert haben, können wir Operationen für geburtshilfliche Komplikationen sowie Früh- und Neugeborenenversorgung anbieten. Der Zugang zu medizinischer Versorgung bleibt jedoch in vielen Teilen des Landes begrenzt. 

Maternity in Port à Piment, Haiti. February 2023
Alexandre Marcou/MSF
Ein Neugeborenes liegt neben seiner Mutter in unserer Klinik in Port-à-Piment.
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1991

Beginn der Arbeit

48,3

Mio. EUR

Ausgaben (Vorjahr)

1829

Einsatz­kräfte

Ländervergleich Österreich & Haiti

AT
HT
83.30
63.21

Lebens­erwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
HT
78.66
61.70

Lebens­erwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
HT
2.60
40.30

Säuglings­sterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
HT
5.52
0.20

Ärzt:innen

je 1000 Einwohner­:innen

Quelle: WHO, data.worldbank.org

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