Unsere Hilfe im Iran

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1990

Beginn der Arbeit

40

Einsatz­kräfte

Ländervergleich Österreich & Iran (Islamic Republic of)

AT
IR
83.60
64.90

Lebenserwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IR
78.40
65.90

Lebenserwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IR
4.00
15.10

Säuglingssterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
IR
4.90
1.50

Ärzte

je 1000 Einwohner

Quelle: WHO, data.worldbank.org

MSF Health facility,  Darvazeh Ghar district, south of the Grand Bazaar of Tehran.
Samantha Maurin /MSF
Teheran, Iran, 11.05.2013: Wir versorgten im Gesundheitszentrum im Bezirk Darvazeh Ghar Menschen ohne Papiere und stigmatisierte Gruppen, die keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem haben.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2018 die Hilfe in Iran fort. Die Teams unterstützten Menschen, die Drogen konsumierten, Sexarbeitende, Flüchtlinge, Obdachlose und andere gefährdete Bevölkerungsgruppen, denen der Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert wurde.

Die Hilfe in Iran im Einzelnen (Auszug):

  • Unsere Hilfe in Iran begann bereits im Jahr 2012. Die Anzahl der Drogenabhängigen hat sich in den vergangenen Jahren auf fast drei Millionen Menschen verdoppelt. Dies entspricht 3,5 Prozent der Bevölkerung. Drogenabhängige und andere Gruppen wie Sexarbeitende, Obdachlose und die ethnische Minderheit der Ghorbat litten unter dem Stigma und der damit verbundenen Ausgrenzung. Ihre medizinische Versorgung war zudem eingeschränkt. Im Jahr 2018 wurde diese Situation durch die finanzielle Krise im Land noch verschärft, die auch das Gesundheitssystem lähmte. Insgesamt hielten wir im Jahr 2018 mehr als 29.900 ambulante Sprechstunden und 3.750 psychologische Einzelgespräche ab.
     
  • Im Jahr 2018 konzentrierte sich unsere Hilfe in Iran auf den Süden Teherans, wo wir ansteckende Krankheiten behandelten, denen insbesondere ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen ausgesetzt waren. Dazu gehörten Hepatitis B und C, HIV, Tuberkulose und Syphilis. Die Teams beobachteten einen starken Anstieg an Patientinnen und Patienten, die an Hepatitis C erkrankt waren. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Anstieg bei 82 Prozent.
     
  • Ärzte ohne Grenzen bot im Rahmen der Hilfe in Iran auch sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung an. Zu den Angeboten gehörten Gynäkologie, Geburtshilfe, Vor- und Nachsorge für Schwangere, Konsultationen für Überlebende sexueller Gewalt sowie psychosoziale Unterstützung und Beratung. Die Teams betreuten in Teheran auch eine mobile Klinik nur für Frauen.
     
  • Ärzte ohne Grenzen weitete zudem die Hilfe in Iran aus: In Mashhad, nahe der afghanischen Grenze, lebten 2018 rund zwei Millionen Afghanen. Die Teams eröffneten dort ein neues Programm für die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung. Ähnlich wie im Süden Teherans boten sie medizinische Hilfe in permanenten und mobilen Kliniken an und behandelten Patientinnen und Patienten mit Hepatitis C. Diese Hilfe in Iran umfasste auch die Einrichtung eines Überweisungssystems für diejenigen Patienten, die eine HIV- und/oder Tuberkulose-Behandlung benötigten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1990 Hilfe in Iran an.

Quelle: International Activity Report 2018