Jemen: die aktuelle Lage

Die Republik Jemen liegt im Süden der Arabischen Halbinsel und ist Heimat von über 40 Millionen Menschen. Nach jahrelangem Krieg befindet sich der Jemen in einer verheerenden humanitären Krise. Der Konflikt hat nicht nur das Land verwüstet, sondern auch die Wirtschaft stark geschwächt. Nach neuerlichen Eskalationen in der Region, ausgelöst durch den Israel-Palästina Konflikt, sind wichtige Infrastrukturen für humanitäre Hilfe zerstört. Die Menschen kämpfen mit Armut, Mangelernährung und einer zusammengebrochenen Gesundheitsversorgung. Die internationale humanitäre Hilfe reicht nicht aus, um die Bedürfnisse zu decken.

Krankheiten wie Cholera, Masern und Kala-Azar verschlimmern die Lage weiter. Millionen von Geflüchteten im Land benötigen dringend Unterstützung.

Sichern Sie unsere Hilfe.

Wir helfen in über 70 Ländern weltweit.

Ihre Spende sichert medizinische Hilfe

Wie wir im Jemen helfen

Unsere Arbeit konzentriert sich auf die medizinische Notversorgung, die Behandlung von Mangelernährung sowie auf psychologische Unterstützung. Wir behandeln auch Menschen mit vermeidbaren Infektionskrankheiten wie Cholera, Masern und Diphterie. 

576.600

Ambulante Behandlungen

65.600

Cholera-Behandlungen

38.700

unterstützte Geburten

Unterstützung von Gesundheitseinrichtungen

Im Jemen arbeiten wir in 17 Krankenhäusern. Aufgrund der zerstörten Infrastruktur und fehlenden Grundversorgung leisten wir spezialisierte Behandlungen. Dazu gehören Mutter-Kind-Gesundheit, Ernährungsprogramme und Chirurgie.

Um die Krankenhäuser zu entlasten, unterstützen wir außerdem lokale Gesundheitszentren. Wir bieten Schulungen und Trainings für das Personal, spenden Medikamente und medizinische Güter.

Mutter-Kind-Versorgung

Unsere Arbeit im Jemen konzentriert sich auch auf die Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern. Wir leisten Geburtshilfe, Chirurgie, und Versorgen Neugeborene und Kinder. In einigen Regionen unterstützen wir Krankenhäuser, Gesundheitszentren und helfen Mutter-Kind-Einrichtungen. 

Bekämpfung von Mangelernährung

Die Mangelernährung im Jemen nimmt weiter zu, insbesondere bei Kindern. Die Kombination aus jahrelangem Krieg, wirtschaftlichem Niedergang und fehlender Nahrungsmittelhilfe hat die Situation verschärft.

In mehreren Regionen wie Hodeidah, Khamir und Hajjah haben wir therapeutische Ernährungszentren eingerichtet, um mangelernährte Kinder zu behandeln. Zudem inkludieren wir die Behandlung von Mangelernährung in unsere laufende Arbeit. In Sa’ada und Amran haben wir einen Notfallplan, falls die Fälle stark ansteigen.

In Sana’a unterstützen wir die Notaufnahme in einem Krankenhaus und behandeln Kinder mit Kala-Azar.

Epidemien und Präventivmaßnahmen

Durch den Zusammenbruch des Gesundheitssystems und zu niedrigen Impfquoten breiten sich vermeidbare Krankheiten aus. In mehreren Regionen müssen wir immer wieder auf Ausbrüche von Cholera, Masern und Diphterie reagieren.  

In Marib und Taiz unterstützen wir mit Logistik für eine Impfkampagne für Kinder und Schwangere.

Wir organisieren auch Gesundheitskampagnen zur Aufklärung und Vorbeugung, um die Verbreitung solcher Krankheiten einzudämmen. 

Nothilfe und chirurgische Eingriffe

In Gebieten, die von schweren Kämpfen betroffen sind, versorgen wir Verletzte und führen chirurgische Eingriffe durch. In Aden unterstützen wir mit Notfallversorgung in einem eigenen Trauma-Zentrum. In den Regionen Taiz, Ibb, Hodeidah und Hajjah in Krankenhäusern. In Dhi As-Sufal betreiben wir einen Operationssaal und stellen in Sana’a Trauma-Kits für Massenanstürme an Verletzten.

Unsere Teams führen Notfalloperationen durch, einschließlich Kaiserschnitten bei komplizierten Geburten, um das Leben von Müttern und Babys zu retten.

Unsere Hilfe im Jemen ist angesichts der katastrophalen humanitären Lage wichtiger denn je. Wir arbeiten kontinuierlich daran, Leben zu retten und das Gesundheitssystem zu stabilisieren, während wir uns gleichzeitig den neuen Herausforderungen stellen, die anhaltende Konflikte mit sich bringen.

Zoom in Zoom out Afghanistan Angola Albanien Vereinigte Arabische Emirate Argentinien Armenien Australien Österreich Aserbaidschan Burundi Belgien Benin Burkina Faso Bangladesch Bulgarien Bosnien und Herzegowina Weißrussland Belize Bolivien Brasilien Brunei Bhutan Botsuana Zentralafrikanische Republik Kanada Schweiz Chile China Elfenbeinküste Kamerun Dem. Rep. Kongo Kongo Kolumbien Costa Rica Kuba Tschechien Deutschland Dschibuti Dänemark Dominikanische Rep. Algerien Ecuador Ägypten Eritrea Estland Äthiopien Finnland Fidschi Gabun Großbritannien Georgien Ghana Guinea Gambia Guinea-Bissau Äquatorialguinea Griechenland Grönland Guatemala Guyana Honduras Kroatien Haiti Ungarn Indonesien Indien Irland Iran Irak Island Israel Italien Jamaica Jordanien Japan Kasachstan Kenia Kirgisistan Kambodscha Südkorea Kuwait Laos Libanon Liberia Libyen Sri Lanka Lesotho Litauen Luxemburg Lettland Marokko Moldavien Madagaskar Mexico Nordmazedonien Mali Myanmar Montenegro Mongolei Mosambik Mauritanien Malawi Malaysia Namibia Niger Nigeria Nicaragua Niederlande Norwegen Nepal Neuseeland Oman Pakistan Panama Peru Philippinen Papua-Neuguinea Polen Nordkorea Portugal Paraguay Palästina Katar Rumänien Russland Ruanda Westsahara Saudi-Arabien Sudan Südsudan Senegal Sierra Leone El Salvador Serbien Suriname Slowakei Slovenien Schweden Swasiland (Eswatini) Syrien Tschad Togo Thailand Tadschikistan Turkmenistan Osttimor Tunesien Türkei Taiwan Tansania Uganda Ukraine Uruguay USA Usbekistan Venezuela Vietnam Vanuatu Jemen Südafrika Sambia Simbabwe Somalia Französisch-Guayana Frankreich Spanien Aruba Anguilla Andorra Antigua und Barbuda Bahamas Bermuda Barbados Komoren Kap Verde Kaimaninseln Dominica Falklandinseln Färöer-Inseln Grenada Hong Kong St. Kitts und Nevis St. Lucia Liechtenstein Malediven Malta Montserrat Mauritius Neukaledonien Nauru Pitcairn Puerto Rico Französisch-Polynesien Singapur Salomonen São Tomé und Príncipe Sint Maarten Seychellen Turks- und Caicosinseln Tonga Trinidad und Tobago St. Vincent und die Grenadinen Britische Jungferninseln Amerikanische Jungferninseln Zypern Réunion Mayotte Martinique Guadeloupe Curacao Kanarische Inseln

1986

Beginn der Arbeit

116,1

Mio. EUR

Ausgaben (Vorjahr)

2334

Einsatz­kräfte

Ländervergleich Österreich & Jemen

AT
YE
83.30
68.57

Lebens­erwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
YE
78.66
63.09

Lebens­erwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
YE
2.60
34.70

Säuglings­sterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
YE
5.52
0.30

Ärzt:innen

je 1000 Einwohner­:innen

Quelle: WHO, data.worldbank.org

Mehr dazu

Cholera-Epidemie: Wasser- und Sanitärversorgung im…

Daily Life in Abs Hospital
MSF/
In Abs im Nordwesten des Jemen ist dringend mehr Hilfe im Kampf gegen die aktuelle Cholera-Epidemie nötig. Seit dem Ausbruch der Krankheit Ende März hat Ärzte ohne Grenzen die Kapazitäten für die Hilfe in der Region verdoppelt.
Mehr lesen

Ärzte ohne Grenzen fordert grösseren Einsatz gegen…

Cholera treatment in Yemen
MSF
Teams von Ärzte ohne Grenzen im Jemen behandeln immer mehr Cholera- und Durchfall-Patienten. Die Lage droht außer Kontrolle zu geraten.
Mehr lesen

Der Krieg im Jemen: die Zivilbevölkerung zahlt…

North-governorate of Yemen in the camps of Huth and Khamir.
Francesco Segoni/MSF
Interview mit der Krankenschwester Candelaria Lanusse, die als Gesundheitsberaterin mit Ärzte ohne Grenzen im Jemen auf Einsatz war.
Mehr lesen

Ärzte ohne Grenzen nimmt Arbeit im Krankenhaus von…

Haydan Hospital
Atsuhiko Ochiai
Nach sechs Monaten sind die Teams in das Krankenhaus in Hajdan zurückgekehrt. Aufgrund der Angriffe auf medizinische Einrichtungen hat sich Ärzte ohne Grenzen zuvor aus dem Norden des Landes zurückgezogen.
Mehr lesen

Neuer Bericht über die Gesundheitsversorgung unter…

MSF in Al Dhale and Taiz, Yemen. July 2015
MSF
Ärzte ohne Grenzen hat einen neuen Bericht zur medizinischen Versorgung in Kriegszeiten veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf der Situation in der Stadt Tais. Viele Menschen haben hier durch den Konflikt keinen Zugang mehr zu lebensrettender medizinischer Hilfe.
Mehr lesen

6 Themen, die uns besonders bewegten -…

6 Themen, die uns besonders bewegten - Jahresrückblick 2016
MSF
Hinter uns liegt ein dramatisches Jahr. Angesichts der vielen Krisen weltweit brauchten Millionen Menschen unsere Hilfe: Video-Rückblick 2016.
Mehr lesen

Tote und Verwundete in Tais

Living Conditions in Taiz - Yemen
Trygve Thorson/MSF
Donnerstag war der erste Tag der angekündigten Waffenruhe, dennoch kam es in Tais zu schweren Zusammenstößen. Auch ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurde bei einer Explosion getötet.
Mehr lesen

Sitzung des UN-Sicherheitsrates zum Schutz…

MSF Al-Nasr supported hospital - Al-Dhale,Yemen
MSF/Mohammed Sanabani
20 Menschen starben bei diesen beiden Angriffen – die meisten von ihnen Patienten, 32 weitere wurden verletzt. Die nun veröffentlichten Berichte beschreiben detailliert, was vor, während und nach den Luftangriffen passiert ist.
Mehr lesen

Jemen: „Die Gesundheitsversorgung ist am Ende“

Krankenschwester Crystal van Leeuwen erzählt von der gefährlichen Arbeit im jemenitischen Konflikt
MSF
Krankenschwester Crystal van Leeuwen erzählt von der gefährlichen Arbeit im jemenitischen Konflikt, von hoffnungsvollen Momenten und ihrer Bewunderung für die lokalen Mitarbeiter, die oft Frontlinien überqueren, um zur Arbeit ins Krankenhaus zu kommen.
Mehr lesen

Ein verhängnisvoller Anruf: „Das Krankenhaus wird…

Meine erste Reaktion: Unglauben, Fassungslosigkeit – das muss ein Missverständnis sein. Doch gleichzeitig bekommen andere Kollegen ähnliche Anrufe, es herrschen bange Minuten des Wartens, bis die Nachricht bestätigt ist.
Mehr lesen