Die aktuelle Lage im Libanon

Die humanitären Bedürfnisse im Land sind enorm. Nach den Bombardierungen Ende 2024 konnten viele Vertriebene wieder in betroffene Gebiete zurückkehren. Dort ist jedoch die Infrastruktur zerstört, es gibt kaum Gesundheitsversorgung und Lebensmittel sind unleistbar.

Der Wiederaufbau stellt eine große Herausforderung dar. Es fehlt an grundlegenden Dingen wie Lebensmittel, Wasser, Heizung und Strom. 

Die Gesundheitsversorgung ist durch die Zerstörung von Krankenhäusern und Kliniken stark eingeschränkt. Besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen leiden darunter.

Wie wir aktuell im Libanon helfen

Wir sind in verschiedenen Regionen des Libanons aktiv, um den dringenden medizinischen und humanitären Bedarf zu decken. Unsere Teams bieten eine medizinische Grundversorgung, verteilen Hilfsgüter wie Matratzen, Decken, Hygiene-Kits und Trinkwasser und helfen bei wichtigen Impfkampagnen. Wir sind in den Regionen Beirut, Südlibanon, Nabatieh, Bekaa, Libanonberg, Akkar und Baalbek-Hermel aktiv. 

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Cholera vaccination campaign in Lebanon
Mohamad Cheblak/MSF

Wie wir im Libanon helfen

Durch eine anhaltende Wirtschaftskrise und die israelischen Bombenangriffe 2024 ist die humanitäre Lage im Land angespannt. Eine rapide Inflation, die jahrelange Korruption in den Institutionen führte im Libanon zu einem begrenzten Zugang zu Strom und sauberem Wasser machen der Bevölkerung zu schaffen.

Libanon beherbergt eine große Zahl syrischer und palästinensischer Geflüchtete, die oft in prekären Verhältnissen leben.

Im August 2020 erschütterte eine gewaltige Explosion die Hauptstadt Beirut: Mindestens 200 Menschen kamen dabei ums Leben und viele Häuser und Geschäfte wurden zerstört. Die Explosion und das darauffolgende Chaos führten zu einem sprunghaften Anstieg der COVID-19-Fälle. Die Wirtschaftslage und damit die Lebensbedingungen verschlechterten sich im folgenden Jahr dramatisch. Das Gesundheitssystem kollabierte und die, an die Verbraucher:innen weitergegebenen, Kosten wurden für viele unleistbar.

Zusätzlich, zur schlechten humanitären Lage, kam es im Zuge des Konflikts zwischen Israel und Palästina zu Angriffen im Libanon. Ende 2024 wurden Häuser und Infrastruktur zerstört. 

143.500

ambulante Behandlungen

16.100

Familien mit Hilfsgütern versorgt

10.500

psychologische Beratungen

Gesundheitsversorgung

Wir bieten Gesundheitsversorgung für Schwangere, Mütter und Kinder. Wir ermöglichen psychologische Betreuung, die Behandlung chronischer Krankheiten und Routineimpfungen für Kinder. Wir betreiben Kliniken im ganzen Land, um die Menschen medizinisch und psychologisch zu versorgen.

Unterstützung des nationalen Gesundheitssystems

Wir unterstützen das nationale Gesundheitssystem durch Schulungen, medizinische Spenden und die Bereitstellung von Medikamenten. Besonders in Tripoli im Nordlibanon unterstützen wir öffentliche Gesundheitszentren.

In Zusammenarbeit mit dem libanesischen Gesundheitsministerium führen wir auch Impfkampagnen durch. Zuletzt im August 2024 in Arsal, wo das Risiko für Krankheitsausbrüche wegen überfüllter Geflüchtetenlager besonders hoch ist.  

Nothilfe

Unsere Teams reagieren auf gesundheitliche Notfälle, einschließlich katastrophaler Wasser- und Sanitärverhältnisse im Nordosten des Landes: Wir behandeln wasserübertragene Krankheiten und verteilen Hygienekits. Nach der Eskalation des Konflikts im Süden des Libanon schicken wir mobile medizinische Teams nach Nabatiyeh, um den wachsenden Bedarf der vertriebenen Menschen zu decken. 

Während der israelischen Bombardierungen 2024 sind wir mit 22 Teams im Einsatz, um Menschen in besonders betroffenen Regionen zu unterstützen. Wir bieten Traumaversorgung und psychologische Unterstützung in Beirut, Libanonberg, Baalbe-Hermel und Akkar. In regionalen Krankenhäusern helfen wir mit Trainings und Hilfsgütern.

Im Laufe des Kriegs sind viele Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden. Wir unterstützen sie mit Wasser, Essen, Decken und Hygiene-Paketen. Nach dem Waffenstillstand im November 2024 kehrten viele in ihre zerstörten Häuser zurück, aber durch die zerstörte Infrastruktur ist der Zugang zu Gesundheitsversorgung weiterhin eingeschränkt.

Reproduktive und psychische Gesundheit

In Wadi Khaled und in Baalbek-Hermel liefern wir reproduktive Gesundheitsversorgung. Außerdem integrieren wir psychologische Unterstützung in unsere Angebote. In den Städten Arsal und Hermel behandeln wir außerdem chronische Krankheiten und überweisen Patient:innen in Notfällen an spezialisierte Einrichtungen.

In Saida betreiben wir eine telefonische Hotline für psychologische Unterstützung. Dadurch entlasten wir Gesundheitseinrichtungen, die wegen steigender Fallzahlen und zerstörter Infrastruktur überlastet sind. Wir helfen zusätzlich mit chirurgischer Unterstützung und medizinischen Gütern. 

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1976

Beginn der Arbeit

29,6

Mio. EUR

Ausgaben (Vorjahr)

365

Einsatz­kräfte

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