Die aktuelle Situation in Pakistan

Update September 2022: Verheerende Monsunfluten haben Pakistan heimgesucht. Wir sind an mehreren Orten in den Überschwemmungsgebieten aktiv. Die größte Sorge unserer Mitarbeiter:innen ist die Ausbreitung von Krankheiten. Wir beobachten bereits einen Anstieg an Malariaerkrankungen und behandeln vermehrt Menschen mit Durchfallerkrankungen, Dengue-Fieber, Lungen-, Haut- und Augenentzündungen als Folge der Fluten. Zusätzlich sind wir besorgt über die derzeitige Knappheit an Malaria-Medikamenten. Besonders Malaria und Dengue-Fieber verbreiten sich bei großen Mengen an stehendem Wasser schnell, da beide Krankheiten durch Mücken übertragen werden. 

Jetzt helfen!

Millionen von Menschen wurden durch die Überschwemmungen aus ihren Häusern vertrieben und leben in Behelfsunterkünften und Notunterkünften. Viele Dörfer sind nach wie vor unzugänglich. Auch öffentliche Gesundheitseinrichtungen wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen, wodurch vielen Menschen kein Zugang zu Gesundheitsversorgung zur Verfügung steht. Die Behandlung chronischer Krankheiten oder Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sind in einigen Gebieten fast unmöglich geworden.

So helfen wir in den Fluten

Seit letztem Monat intervenieren unsere Teams in Belutschistan, Sindh und Khyber Pakhtunkhwa. Wir behandeln Patient:innen in mobilen Kliniken und verteilen Hilfsgüter, darunter Hygienesets, Moskitonetze, wichtige Küchenutensilien und sauberes Trinkwasser. Wir werden unsere Hilfe vor Ort in den kommenden Wochen weiter ausbauen und setzen uns dafür ein, dass mehr Medikamente für die betroffene Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Unserer Einschätzung nach könnten die Folgen der Überschwemmungen die Menschen in Pakistan noch lange beschäftigen. Gesundheitseinrichtungen sind teilweise zerstört, ebenso wie landwirtschaftliche Flächen und Vorräte. Besonders gefährdet sind schwangere Frauen und Kinder. Wir haben bereits mit der Versendung von therapeutischer Nahrung begonnen, um schnell intervenieren zu können. 

Auswirkung der Klimakrise

“Pakistan leidet unter den vielfältigen Auswirkungen der Klimakrise mit am stärksten, dies zeigt sich in der aktuellen Lage besonders markant”, so Elisa de Siqueira, politische Referentin bei Ärzte ohne Grenzen Deutschland und Expertin für das Thema Klimakrise im humanitären Kontext. “Menschen in Ländern wie Pakistan, die ohnehin unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen leben, spüren die humanitären und gesundheitlichen Folgen der Klimakrise besonders. Hier sind Geberstaaten gefragt. Sie sollten die Klimakrise im Rahmen der humanitären Hilfe, Katastrophenvorsorge, Übergangshilfe und auch langfristigen Entwicklungszusammenarbeit stärker berücksichtigen.” 

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1986

Beginn der Arbeit

14,3

Mio. EUR

Ausgaben (Vorjahr)

1153

Einsatz­kräfte

Ländervergleich Österreich & Pakistan

AT
PK
83.80
68.29

Lebens­erwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
PK
79.40
66.34

Lebens­erwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
PK
3.00
55.70

Säuglings­sterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
PK
5.20
0.98

Ärzt:innen

je 1000 Einwohner­:innen

Quelle: WHO, data.worldbank.org

Unsere Hilfe in Pakistan 2021

  • 19.700 Entbindungen
  •  
  • 10.500 Kinder in ambulanten Ernährungsprogrammen
  •  
  • 6.200 Behandlungen gegen kutane Leishmaniose
  •  
  • 10.700 Impfungen gegen Covid-19

Behandlung von kutaner Leishmaniose

In den Provinzen Balutschistan und Khyber Pakhtunkhwa betreuten wir Mutter-Kind-Programme an fünf Standorten, unterstützten afghanische Geflüchtete in der Grenzregion und behandelten Patient:innen, die an kutaner Leishmaniose erkrankt waren. In den Bezirken Peschawar und Bannu eröffneten wir zwei neue Kliniken, um diese Krankheit zu bekämpfen.

Fokus auf COVID-19-Impfungen

In Karatschi unterstützten wir lokale Covid-19-Impfaktivitäten, eröffneten ein Impfzentrum in einer ländlichen Klinik und entsandten eine mobile Impfklinik in den Bezirk Kemari. Zudem unterstützten wir die Gesundheitsbehörden mit Personal, Schutzkleidung, und Medikamenten. In der Provinz Pundschab starteten wir ein Projekt, um multiresistente Tuberkulose zu diagnostizieren und zu behandeln. 

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