Im Einsatz gegen Corona

Sich selbst und andere schützen – das ist in Zeiten von Corona besonders wichtig. Die aktuelle Ausbreitung von COVID-19 zeigt einmal mehr, wie wichtig Zusammenhalt und Solidarität sind. Eine Krise wie diese kann man nur gemeinsam meistern: Wir bieten daher in den Ländern, die besonders stark betroffen sind, unsere Expertise und Unterstützung an.

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Wo wir aktiv sind

Ärzte ohne Grenzen hat seit Beginn der Pandemie in rund 70 Ländern Hilfsaktivitäten zur Eindämmung des Coronavirus, zur Behandlung von COVID-19 oder zur Beratung lokaler Gesundheitsbehörden gestartet. Unsere Teams sind auf allen Kontinenten im Einsatz – und zwar in Dutzenden von Ländern.

Zum internationalen Corona-Aktivitätsbericht

Eine Auswahl unserer Aktivitäten:

  • In Italien haben wir unsere Projekte in den Krankenhäusern und Altenheimen in den Regionen Lodi und Marken nach drei Monaten eingestellt. Ende Juni haben wir auch unsere Präventionsarbeit in Haftanstalten in der Lombardei, in Piemont und in Ligurien beendet. In Rom organisieren wir in informellen Siedlungen und besetzten Gebäuden Gesundheitskomitees und bilden diese aus. Ziel ist eine bessere Prävention, Früherkennung und Meldung von COVID-19-Infektionen sowie eine bessere Ersthilfe in benachteiligten Zonen der Stadt. Zusätzlich bieten wir telefonische Beratung für Patientinnen und Patienten mit und ohne COVID-19-Infektion an. In Sizilien haben wir den epidemiologischen Überwachungsdienst in den Provinzen Catania und Enna unterstützt und betreiben in den marginalisierten Stadtteilen Palermos Gesundheitsaufklärung.
  • In Griechenland unterstützten wir in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und Samos die Gesundheitsaufklärung. Auf Lesbos haben wir eine stationäre medizinische Einrichtung aufgebaut, um mögliche Fälle von COVID-19 frühzeitig durch Tests erkennen, isolieren und medizinisch betreuen zu können. Ende Juli musste diese jedoch aufgrund von behördlichen Hürden wieder geschlossen werden. In Athen arbeiten wir mit der 3. Klinik für Innere Medizin der Universität Athen zusammen, indem wir psychologische Unterstützung für Gesundheitspersonal an vorderster Front, COVID-19-Patientinnen und -Patienten und deren Angehörigen anbieten.
  • In Frankreich haben wir unsere Aktivitäten in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen eingestellt. Unsere mobilen Teams setzen ihre reguläre Hilfe für Obdachlose und unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge auf den Straßen von Paris und Marseille fort.
  • Im Jemen haben wir Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit von Mitarbeitenden sowie Patientinnen und Patienten in unseren bestehenden Projekten in 13 Gouvernements zu gewährleisten und gleichzeitig sicherzustellen, dass die lebensrettenden Aktivitäten in den bestehenden Krankenhäusern, in denen wir arbeiten, fortgesetzt werden. Die Krankenhäuser werden auch auf die Aufnahme von COVID-19-Fällen vorbereitet. In Hajjah hat unser Team das Al Gumhouri-Krankenhaus bei der Einrichtung eines COVID-19-Isolationszentrums unterstützt.
  • Im Nordosten von Syrien haben wir Schulungs- und Vorbereitungsmaßnahmen u.a. im Al Hassakeh National Hospital und im Al Hol Camp angeboten. Inzwischen konnten unsere Aktivitäten in dem Krankenhaus an die lokalen Gesundheitsbehörden übergeben werden. In den Krankenhäusern und Gesundheitszentren, die wir im Nordwesten des Landes unterstützen, haben wir die Triage-Systeme und den Patientenfluss überprüft, um eine schnelle Erkennung verdächtiger COVID-19-Fälle und deren Isolierung sicherzustellen. Nachdem der erste COVID-19-Fall außerhalb des von der Regierung kontrollierten Gebiets Anfang Juli bestätigt wurde, haben wir unsere Teams im COVID-19-Behandlungszentrum des Krankenhauses in Idlib verstärkt. In den Vertriebenencamps führen unsere mobilen Teams u.a. Maßnahmen zur Gesundheitsaufklärung durch und verteilen Hygienekits (z.B. Hygieneprodukte für 8.000 Familien in den Lagern im Norden Idlibs).
  • Im Irak haben unsere Teams u.a. zwei Krankenhäuser in Bagdad durch Schulungen zu Themen der COVID-19-Bekämpfung unterstützt. In Mossul haben wir unser Zentrum für postoperative Behandlungen vorübergehend in ein COVID-19-Zentrum umgewandelt, in dem seit Beginn der Pandemie rund 500 Patientinnen und Patienten behandelt wurden. 
  • In Rustenburg in Südafrika haben wir den COVID-19-Patientenfluss in mehreren Krankenhäusern und Gesundheitszentren unterstützt und dazu beigetragen, dass andere reguläre medizinische Aktivitäten, wie die Versorgung Betroffener sexueller Gewalt und Patientinnen und Patienten mit HIV oder Tuberkulose, aufrecht erhalten werden. Im Township Khayelitsha am Rande von Kapstadt betrieben wir zwischen Juni und August in Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Gesundheitsministerium ein COVID-19-Feldkrankenhaus, in dem über 240 COVID-19-Patientinnen und -Patienten behandelt wurden.
  • In Afghanistan haben wir Ende Juni ein COVID-19-Behandlungszentrum in Herat eröffnet, in dem Patientinnen und Patienten mit Sauerstofftherapien versorgt werden können. In Lashkar Gah und Kundus unterstützen wir Krankenhäuser und Gesundheitszentren bei der COVID-19-Vorbereitung und führen Schulungen im Bereich Infektionsprävention und -kontrolle durch. In den Tuberkulose-Zentren in Kandahar, in denen wir arbeiten, wurden Isolierstationen eingerichtet, wo Patientinnen und Patienten mit arzneimittelresistenter Tuberkulose, die mit COVID-19 infiziert sind oder als Verdachtsfälle gelten, aufgenommen und behandelt werden können. 
  • In Brasilien haben wir in São Paulo im Tide Setubal-Krankenhaus eine Intensivstation mit acht Betten eröffnet. In Boa Vista, im Bundesstaat Roraima, betreiben wir eine Intensiv- und eine Krankenstation in einem COVID-19-Feldkrankenhaus. In informellen Unterkünften, in denen Migrantinnen und Migranten und Geflüchtete aus Venezuela leben, leisten wir Aufklärungsarbeit zum Thema Prävention und verteilen Hygieneartikel. Im Bundesstaat Amazonas unterstützen wir Krankenhäuser in São Gabriel da Cachoeira und in Tefé. In Rio und Manaus haben wir unsere Aktivitäten inzwischen beendet. 
  • In Mexiko führen wir in verschiedenen Landesteilen in Unterkünften für Migrantinnen und Migranten Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle durch. In der Grenzregion im Norden leisten unsere Teams in Matamoros und Reynosa medizinische Hilfe in zwei für COVID-19-Behandlungen adaptierten Zentren. Bisher haben wir dort 75 Patientinnen und Patienten behandelt, darunter schwer Erkrankte, die eine Sauerstofftherapie benötigten. Im Bundesstaat Guerrero hat unser Team u.a. Schulungen für das Personal in Gesundheitseinrichtungen durchgeführt. 

Darüber hinaus sind wir u.a. in folgenden Ländern gegen COVID-19 im Einsatz: Argentinien, Bangladesch, Belgien, Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, El Salvador, Guinea, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Iran, Jordanien, Kambodscha, Kamerun, Kirgistan, Libanon, Liberia, Libyen, Malaysia, Mali, Mosambik, Niger, Nigeria, Philippinen, Senegal, Simbabwe, Tansania, Tschad, Uganda, Ukraine, USA, Usbekistan

Weitere Informationen - FAQs

Parallel zum weltweiten Ausbruch von COVID-19 führen wir unsere regulären Aktivitäten fort. Wir sorgen uns insbesondere um die Folgen für Länder mit schwächeren Gesundheitssystemen, wenn dort viele Menschen mit COVID-19 behandelt werden müssen und um Bevölkerungsgruppen, die ohnehin in einem prekären Umfeld leben, wie Obdachlose, Menschen in Flüchtlingslagern oder von Konflikten betroffene Bevölkerungsgruppen.

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Meldungen zum Thema Coronavirus

Österreich

Zur Bekämpfung des Coronavirus müssen Pharmafirmen wie Gilead oder Sanofi auf Patente für Medikamente, Impfstoffe und Tests verzichten. Auch Regierungen sind gefordert, den Zugang zu Mitteln gegen COVID-19 sicherzustellen, indem sie Patente aussetzen oder aufheben und Preiskontrollen einführen.

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