Unsere Hilfe im Libanon

Unsere Nothilfe nach den Explosionen in Beirut:

Am 4. August 2020 erschütterte eine gewaltige Explosion im Hafen von Beirut die libanesische Hauptstadt. Innerhalb von zwölf Stunden erreichten Tausende Verletzte die Krankenhäuser. Mehr als 6.500 Menschen wurden verletzt, es gibt mehr als 200 Tote zu beklagen.

Unmittelbar nach der Explosion haben einige unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort Gesundheitseinrichtungen aufgesucht, um zu sehen, wie sie das medizinische Personal bei der Bewältigung des Notfalls unterstützen können. Noch am Tag der Explosion lieferten die Teams Erste-Hilfe-Kits an den libanesischen Katastrophenschutz. Auch danach haben wir Hilfsorganisationen mit Materialspenden unterstützt.

Seither haben wir unsere Hilfe ausgeweitet und konzentrieren uns dabei vorwiegend auf drei Bereiche: die Wundversorgung von Verletzten, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen und die psychologische Betreuung für die von der Explosion betroffenen Menschen.

So hilft unser Team vor Ort - eine Übersicht:

  • Angesichts der vielen Verletzten geht unser Team von Tür zu Tür, um sicherzustellen, dass alle Menschen, die medizinische Hilfe brauchen, behandelt und betreut werden. 
  • In den Stadtvierteln Mar Mikhael, Karantina und Khandak el-Ghamik haben wir insgesamt vier medizinische Anlaufstellen eingerichtet.
  • Unser Mental Health Team hat nahe dem Hafen ein Interventionszentrum eingerichtet, um direkte psychologische Ersthilfe anbieten zu können. 
  • Wir organisieren eine weitere Lieferung medizinischen Materials zur Wundversorgung inklusive mehrerer tausend Gesichts- und OP-Masken für verschiedene Gesundheitseinrichtungen und Organisationen.
  • In den am schwersten betroffenen Stadtteilen versorgen wir Menschen mit sauberem Wasser und installieren Wassertanks.
  • Angesichts der steigenden Zahlen von Corona-Fällen führt ein mobiles Team COVID-19-Tests durch. 
  • Im Krankenhaus Bar Elias östlich von Beirut, in dem wir seit längerem arbeiten, sind wir darauf vorbereitet, Patientinnen und Patienten im Anschluss an einen chirurgischen Eingriff weiter zu behandeln. 

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Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2019 die Hilfe im Libanon fort: Wir leisteten allgemein- und fachmedizinische Hilfe für Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten sowie für die lokale Bevölkerung.

 

Unsere Hilfe im Libanon im Einzelnen (Auszug):

  • Es gibt fast keine kostenlose medizinische Hilfe im Libanon, da das Gesundheitssystem stark privatisiert und zerklüftet ist. Wir fokussierten unsere Arbeit daher 2019 darauf, qualitativ hochwertige allgemein- und fachmedizinische Hilfe zur Verfügung zu stellen. Dies war umso wichtiger, als die großen Demonstrationen gegen die Regierungspolitik zu wirtschaftlicher Instabilität führten. Als Folge verschlechterten sich die Lebensbedingungen, der Zugang zu Strom sowie sauberem Trinkwasser war eingeschränkt, und die Gesundheitsversorgung verteuerte sich.
  • In der Bekaa-Ebene, in der dicht gedrängt Tausende syrische Flüchtlinge lebten, betreuten wir Kliniken in Arsal, Hermel, Baalbek und Madschdal Andschar. Unsere Teams leisteten dort medizinische und psychologische Hilfe. Unsere Hilfe im Libanon schloss auch ein fachpädiatrisches Projekt in Zahle ein, das Notfall-Sprechstunden, pädiatrische Intensiv-Versorgung und die Behandlung von Thalassämie (ugs.: Mittelmeeranämie) im Elias Hraoui-Regierungskrankenhaus anbot. In Bar Elias versorgten wir chronische Wunden, vor allem Brandwunden, und nahmen chirurgische Eingriffe vor.
  • In Wadi Khaled leistete Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe im Libanon medizinische und psychologische Unterstützung für Flüchtlinge und Libanesen. In Tripolis und Al Abdeh versorgten die Teams Menschen mit chronischen Krankheiten, boten Familienplanung und psychologische Hilfe an. Zudem starteten wir 2019 ein neues Forschungsprojekt: Dabei handelte es sich um eine Machbarkeitsstudie, um Patientinnen und Patienten mit einer Herzkreislauferkrankung, die in einem Flüchtlingslager leben, mit einer Kombination von Medikamenten als feste Dosis zu versorgen.
  • Im Rahmen der Hilfe im Libanon bot Ärzte ohne Grenzen sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung sowie die Behandlung von chronischen Krankheiten und psychologische Hilfe im Schatila-Flüchtlingslager und in der Familienklinik im Lager Burdsch al-Baradschneh, im Süden Beiruts, an. Zudem waren wir in der Geburtsklinik im Rafik-Hariri-Universitätskrankenhaus tätig.
  • Unsere medizinische Hilfe im Libanon wurde auch im Flüchtlingslager Ein-al-Hilweh, im Süden des Landes, fortgesetzt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1976 Hilfe im Libanon an.

Quelle: International Activity Report 2019

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