Österreich

Offener Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz

Solidarität mit Ärzte ohne Grenzen zeigen

Wir wehren uns gegen die Kriminalisierung unserer humanitären Hilfe durch Bundeskanzler Sebastian Kurz und andere EU-Politiker. Unterstützen Sie uns dabei!

Lebensrettende Hilfe für Menschen in Not leisten – egal wo, unabhängig, unparteiisch, am Bedarf orientiert: So arbeitet Ärzte ohne Grenzen weltweit in über 70 Ländern. Doch in Europa gerät unsere Hilfe derzeit immer stärker unter Druck:

  • Wie nie zuvor werden wir von Politikern und Politikerinnen angegriffen, weil wir Menschenwürde fordern und nicht wegsehen wollen, wenn Menschen leiden.
  • Weil wir nicht akzeptieren wollen, dass Menschen im Mittelmeer sterben müssen.
  • Weil wir nicht tatenlos zusehen, wenn Männer, Frauen und Kinder in Libyen in schreckliche Lager eingesperrt werden – wo sie systematischer Gewalt, Folter und Versklavung ausgesetzt sind, ohne Aussicht auf Freilassung oder Rückkehr in Ihre Heimat.

Nun hat die Kriminalisierung unserer lebensrettenden Arbeit ein neues Ausmaß erreicht: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat Ärzte ohne Grenzen in einem Interview öffentlich unterstellt, bei unseren Rettungseinsätzen im Mittelmeer mit Schleppern zusammenzuarbeiten.
Wir wehren uns vehement gegen diese unbegründete Anschuldigung – und mit uns viele Menschen in Österreich, die uns per E-Mail und auf sozialen Medien ihre Solidarität bekundet haben. Wir haben Bundeskanzler Kurz bereits mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass wir die von ihm vorgebrachten Anschuldigungen nicht akzeptieren, und ihn aufgefordert, stattdessen endlich menschliche, nachhaltige Lösungen für die Lage am Mittelmeer und in Libyen voranzutreiben.

E-Mail an Bundeskanzler Kurz schreiben

Schicken Sie Sebastian Kurz eine E-Mail, und zeigen Sie auf diese Weise Ihre Solidarität mit Ärzte ohne Grenzen. Fordern wir den Bundeskanzler auf, Menschenleben in den Mittelpunkt zu stellen. Fordern wir ein Europa, das Menschenleben schützt!

Clicken sie den Button um eine vorausgefüllte E-Mail zu erstellen. Sie können ihre persönlichen Beweggründe für Ihre Unterstützung ergänzen: 
Jetzt E-Mail an Sebastian Kurz schicken

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Alternativ können sie den unten stehenden Text kopieren und in eine Email einfügen. Diese adressieren Sie an: [email protected] (Emailadresse Sebastian Kurz)

Betreff: Ich fordere ein Europa, das Menschenleben schützt

Text:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Kurz!

Ich schreibe Ihnen, um vehement gegen Ihre Anschuldigungen gegen Ärzte ohne Grenzen zu protestieren. Sie haben die Teams an Bord des Rettungsschiffs „Aquarius 2“ mit Schleppern gleichgesetzt und ihnen somit Straftaten vorgeworfen, ohne jedoch Beweise für Ihre gravierenden Vorwürfe vorzulegen. Zugleich haben Sie die Lage am Mittelmeer und in Libyen verharmlost, wo Menschen ertrinken und in alarmierendem Ausmaß Gewalt ausgesetzt sind.

Nicht erwähnt haben Sie, dass weder die österreichische Ratspräsidentschaft, noch die EU bisher menschliche, rechtskonforme, nachhaltige Lösungen für die Krise im Mittelmeer und in Libyen vorlegen konnten.

Herr Bundeskanzler, ich fordere Sie mit Nachdruck auf, es zu unterlassen, derartige Unterstellungen gegen Helfer und Helferinnen vorzubringen, deren Ziel die Rettung von Menschenleben ist. Ihre Anschuldigungen führen nicht nur dazu, dass ihre Arbeit behindert wird und somit mehr Menschen leiden; sie treiben auch die Polarisierung in unserer Gesellschaft voran.

Ich fordere Sie daher heute auf:

  • Stellen Sie den Schutz von Menschenleben in den Mittelpunkt! Heuer sind bereits über 1.700 Menschen im Mittelmeer ertrunken; seit Rettungsschiffe von Politikern wie Ihnen an der Arbeit gehindert werden, ist die Wahrscheinlichkeit zu ertrinken, massiv gestiegen. Arbeiten Sie endlich an menschlichen Lösungen!
  • Beenden Sie die Unterstützung von Rückführungen nach Libyen! Das Land befindet sich in einem Bürgerkrieg und ist nicht sicher. Es ist wiederholt dokumentiert, dass Flüchtende in libyschen Internierungslagern willkürlich eingesperrt werden und systematischer Gewalt, Folter und Ausbeutung ausgesetzt sind.

Herr Kurz, Sie haben mit ihrer Kriminalisierung von Ärzte ohne Grenzen eine Linie überschritten, die ich nicht hinnehmen möchte. Sie haben für Österreichs EU-Ratspräsidentschaft das Motto „Ein Europa, das schützt“ gewählt. Was ich und viele weitere Bürger und Bürgerinnen jetzt aber fordern, ist:
Ein Europa, das Menschenleben schützt.

Mit freundlichen Grüßen,

[Ihr Name]

 

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