Aktuelle Situation in Libyen

Viele Menschen, die das Mittelmeer überqueren wollen, stranden in Libyen. Insbesondere Migrant:innen und Geflüchtete sind im Land von Gewalt betroffen, sie erleben unmenschliche Bedingungen und Menschenrechtsverletzungen. Sie werden in Haftanstalten festgehalten oder riskieren, in die Hände von Schlepperbanden zu geraten. In diesem prekären Umfeld leisten wir weiterhin dringend benötigte medizinische Hilfe.

So helfen wir in Libyen

19.800

Ambulante Behandlungen

4.280

psychologische Konsultationen

260

Tuberkulose-Behandlungen begonnen

Medizinische Hilfe für Geflüchtete

In Zuwara, an der Mittelmeerküste, leisten wir Nothilfe für Menschen, die auf der Überfahrt nach Europa abgefangen und zurück nach Libyen gebracht werden. Wir versorgen außerdem Menschen in einer Haftanstalt in Tripolis medizinisch. Viele der Betroffenen wurden von der libyschen Küstenwache nach der Flucht über das Mittelmeer zurückgebracht. Diese Menschen sind oft brutalen Bedingungen ausgesetzt.  

Wöchentlich können wir den Festgehaltenen grundlegende medizinische Versorgung anbieten. Außerdem identifizieren wir besonders schutzbedürftige Personen, die wir an Organisationen weitervermitteln, die ihnen im Speziellen weiterhelfen können.

Viele Patient:innen berichten uns von Entführungen, Folter, sexuellen Übergriffen oder Zwangsarbeit. Einige Erzählungen fallen unter die UN-Definition von Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung

In Zuwara bieten wir allgemeine Gesundheitsdienste, gynäkologische Beratungen und psychologische Unterstützung sowohl für die libysche Bevölkerung als auch für Migrant:innen an.

Bekämpfung von Tuberkulose

Wir arbeiten eng mit dem libyschen Gesundheitsministerium zusammen, um Tuberkulose zu bekämpfen. In Misrata unterstützen wir die Isolierstation und Behandlung von multiresistenter Tuberkulose. Wir betreiben derzeit die einzige Abteilung für medikamentenresistente Tuberkulose im Land.

Epidemien, Konflikte, Naturkatastrophen

IHRE SPENDE SICHERT MEDIZINISCHE HILFE.

Migration in Libyen

Die Situation in Libyen für Migrant:innen ist katastrophal. In Libyen gelten Migrant:innen per Gesetz als illegale Einwander:innen und somit als Straftäter:innen. Sowohl die Einreise in das Land als auch die Absicht, es wieder zu verlassen, gelten als Inhaftierungsgrund.

Bewaffnete Gruppen und Menschenschmuggler:innen nehmen regelmäßig Geflüchtete fest und verschleppen sie in Internierungslager. Die Lage in den Gefängnissen ist dramatisch. Folter und gewaltsame Erpressung gehören zur Tagesordnung. Die meisten Geflüchteten werden in inoffiziellen Haftanstalten festgehalten.

Unsere Teams helfen Menschen, die aus Gefangenschaft entkommen sind. Sie unterstützen Überlebende von Folter und Menschenhandel psychologisch. 

Nach Libyen einreisende Migrant:innen versuchen oft von dort aus, das zentrale Mittelmeer zu überqueren. Unser Team auf dem Rettungsschiff Oyvon sieht oft, wie die libysche Küstenwache Flüchtlinge illegal nach Libyen zurückbringt. Dabei kommt es häufig zu riskanten Manövern, die die Menschen auf hoher See in Gefahr bringen. 

Der Italien-Libyen-Deal

Dieser Praxis liegen Migrationsabkommen der EU und Italien zugrunde, die eine massive finanzielle Unterstützung der libyschen Küstenwache vorsehen. Wir fordern, dass die EU aufhört, Geflüchtete illegal nach Libyen zurückzuführen - denn dort sind sie lebensbedrohlicher Gewalt ausgesetzt.

Karte und Ländervergleich Libyen und Österreich

Zoom in Zoom out Afghanistan Angola Albanien Vereinigte Arabische Emirate Argentinien Armenien Australien Österreich Aserbaidschan Burundi Belgien Benin Burkina Faso Bangladesch Bulgarien Bosnien und Herzegowina Weißrussland Belize Bolivien Brasilien Brunei Bhutan Botsuana Zentralafrikanische Republik Kanada Schweiz Chile China Elfenbeinküste Kamerun Dem. Rep. Kongo Kongo Kolumbien Costa Rica Kuba Tschechien Deutschland Dschibuti Dänemark Dominikanische Rep. Algerien Ecuador Ägypten Eritrea Estland Äthiopien Finnland Fidschi Gabun Großbritannien Georgien Ghana Guinea Gambia Guinea-Bissau Äquatorialguinea Griechenland Grönland Guatemala Guyana Honduras Kroatien Haiti Ungarn Indonesien Indien Irland Iran Irak Island Israel Italien Jamaica Jordanien Japan Kasachstan Kenia Kirgisistan Kambodscha Südkorea Kuwait Laos Libanon Liberia Libyen Sri Lanka Lesotho Litauen Luxemburg Lettland Marokko Moldavien Madagaskar Mexico Nordmazedonien Mali Myanmar Montenegro Mongolei Mosambik Mauritanien Malawi Malaysia Namibia Niger Nigeria Nicaragua Niederlande Norwegen Nepal Neuseeland Oman Pakistan Panama Peru Philippinen Papua-Neuguinea Polen Nordkorea Portugal Paraguay Palästina Katar Rumänien Russland Ruanda Westsahara Saudi-Arabien Sudan Südsudan Senegal Sierra Leone El Salvador Serbien Suriname Slowakei Slovenien Schweden Swasiland (Eswatini) Syrien Tschad Togo Thailand Tadschikistan Turkmenistan Osttimor Tunesien Türkei Taiwan Tansania Uganda Ukraine Uruguay USA Usbekistan Venezuela Vietnam Vanuatu Jemen Südafrika Sambia Simbabwe Somalia Französisch-Guayana Frankreich Spanien Aruba Anguilla Andorra Antigua und Barbuda Bahamas Bermuda Barbados Komoren Kap Verde Kaimaninseln Dominica Falklandinseln Färöer-Inseln Grenada Hong Kong St. Kitts und Nevis St. Lucia Liechtenstein Malediven Malta Montserrat Mauritius Neukaledonien Nauru Pitcairn Puerto Rico Französisch-Polynesien Singapur Salomonen São Tomé und Príncipe Sint Maarten Seychellen Turks- und Caicosinseln Tonga Trinidad und Tobago St. Vincent und die Grenadinen Britische Jungferninseln Amerikanische Jungferninseln Zypern Réunion Mayotte Martinique Guadeloupe Curacao Kanarische Inseln

2011

Beginn der Arbeit

7,9

Mio. EUR

Ausgaben (Vorjahr)

115

Einsatz­kräfte

Ländervergleich Österreich & Libyen

AT
LY
83.30
74.21

Lebens­erwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
LY
78.66
70.23

Lebens­erwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
LY
2.60
15.90

Säuglings­sterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
LY
5.52
2.20

Ärzt:innen

je 1000 Einwohner­:innen

Quelle: WHO, data.worldbank.org

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