Rettungseinsatz im Mittelmeer

59,5 Millionen Menschen sind derzeit laut UNHCR weltweit auf der Flucht  so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Tausende riskieren auf der gefährlichen Route über das Mittelmeer ihr Leben, um Europa zu erreichen. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und Armut in ihren Heimatländern auf der Suche nach Sicherheit und einem besseren Leben. Ärzte ohne Grenzen war 2015 erstmals mit mehreren Rettungsschiffen im Mittelmeer im Einsatz, um Bootsflüchtlinge in Seenot zu helfen und sie medizinisch zu versorgen. Auch seit April 2016 sind wieder Einsatzteams unterwegs, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

Für Menschen auf der Flucht gibt es nach wie vor keine sicheren und legalen Wege nach Europa. Die Gewässer zwischen Libyen und Italien sind derzeit der einzige Weg auf den europäischen Kontinent. 2015 sind laut Internationaler Organisation für Migration im zentralen Mittelmeer 2.892 Männer, Frauen und Kinder ertrunken.

Drei Rettungsschiffe im zentralen Mittelmeer

Seit Mai 2016 kreuzen unsere Such- und Rettungsschiffe wieder auf dem Mittelmeer, um Flüchtlingen in Seenot zu helfen. Dabei retten unsere Teams nicht nur Menschen vor dem Ertrinken, sondern leisten sofort an Bord medizinische Hilfe und psychologische Unterstützung. Dies ist dringend nötig: Denn in den ersten Monaten sind auf dem zentralen Mittelmeer 1.361 Flüchtlinge ertrunken. Ärzte ohne Grenzen engagiert sich auch in den Transitländern Griechenland und Serbien für Flüchtlinge.

Zur Pressemitteilung

Das Rettungsschiff Dignity 1 hat den Hafen von Malta am 21. April verlassen. Es kann 400 Menschen aufnehmen und hat eine 16-köpfige Besatzung, einschließlich erfahrener medizinischer MitarbeiterInnen. Im Rahmen der ersten beiden Einsätze wurden bereits 431 Menschen gerettet. Die Bourbon Argos stach am 30. April von Zypern aus in See, und ein weiteres Team arbeitet in Partnerschaft mit der Organisation SOS Méditerranée an Bord der Aquarius.

Rückblick: Hilfe im Jahr 2015

Im Jahr 2015 haben unsere Einsatzteams von Mai bis Dezember in 120 Rettungsaktionen insgesamt mehr als 23.000 Menschen in Seenot gerettet. Im Ägäischen Meer nördlich der Insel Lesbos hat Ärzte ohne Grenzen in Partnerschaft mit Greenpeace mehr als 14.000 Menschen gerettet, die von der Türkei nach Griechenland flüchteten. Insgesamt haben Teams von Ärzte ohne Grenzen im vergangenen Jahr auf dem zentralen Mittelmeer, dem Ägäischen Meer sowie in Griechenland, Italien und den Balkanstaaten mehr als 100.000 Menschen medizinisch versorgt.

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